18. September 2020

Erdverlegt, erdgebettet oder erdüberdeckt?

Die Fachwelt bemüht sich um einen einheitlichen Begriff

Spitzfindig mag man das nennen - doch es sorgt für Klarheit. Vielleicht. Die Fachwelt bemüht sich um einen einheitlichen Begriff. Aktuell ist der Favorit: Erdüberdeckt.

Unsere augenzwinkernde Einschätzung dazu:

  • Erdverlegte Rohre werden in der Erde verlegt.
    Das bedeutet: Die Rohrleitungen sind rundum von Boden = Erde umgeben, und in dieselbe werden sie hinein "gelegt".
  • Erdgebettete Rohrleitungen sind im Erdreich gebettet.
    Das könnte bedeuten: Die Bettung besteht aus Boden = Erdreich. Kann dabei ein Sand-Kies-Auflager eingesetzt werden? Die Überschüttung darf aus einem anderen Material bestehen - welches auch immer das dann sein mag. 
  • Erdüberdeckte Rohre hingegen sind von Erdreich (Boden?) überdeckt. Bodenmechanisch tolerante Leser dürften beispielsweise eine Überdeckung aus Sand durchaus als "Erdreich" interpretieren. Über die Bettung darf man dabei spekulieren.

Mit den Augen der Rohrstatik betrachtet, spielt es keine Rolle: Bei grabenverlegten*) Rohren nach ATV-DVWK-A 127 oder Vortriebsrohren nach DWA-A 161 legt der Aufsteller der statischen Berechnung die Bodeneigenschaften für die Statik fest. Dort sind Zahlen wichtiger als Begrifflichkeiten.

*) auch: In offener Bauweise hergestellte Kanäle - im Gegensatz zum grabenlosen Einbau = Vortrieb - zumindest, solange es sich um eine Neuverlegung handelt. Saniert man Rohre, so verwendet man Liner - denn Inliner sind Schuhe mit vier Rollen. Und damit genug der Spitzfindigkeiten.


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